Uferpark Wäsen

„Naturerholungsgebiet als frei zugänglicher Uferbereich“

Der Uferpark Wäsen umfasst den Bereich zwischen Leuchtenbergpark und Campingplatz  und ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Bayerisches Bodenseeufer. Bis in die siebziger Jahre wurde das Gebiet landwirtschaftlich und industriell genutzt. Heute stellt die Stadt Lindau das Naherholungsbiet Wäsen allen Bürgern als frei zugänglichen Uferbereich zur Verfügung.

Ansprechperson:
Meinrad Gfall (Leiter Stadtgärtnerei Lindau)

Zum Angebot:
Der Uferpark Wäsen besteht aus einer Vielfalt unterschiedlicher Vegetationsformen wie offene Streuwiesen, Tümpel und Gehölzen. Auf Informationstafeln können Besucher Beschreibungen von seltenen Tier- und Pflanzenarten lesen. Zudem können Besucher im Uferpark spazieren gehen, an ausgewiesenen Plätzen grillen, rasten oder baden.

 

Hintergrund:
Das Ufer am Wäsen befindet sich in weitgehend natürlichem Zustand. Als Flachwasserzone übernimmt es wichtige ökologische Funktionen. Neben den Versteckmöglichkeiten für Fische bietet es die Lebensgrundlage für viele Wasservögel. Um dieses ökologogische Gleichgewicht nicht zu zerstören, darf außerhalb der Grillplätze am Ufer und auf den Wiesen kein Lagerfeuer gemacht werden.

Am Wäsen kann man eine faszinierende Artenvielfalt finden. Besucher sollten deshalb auf den Wegen bleiben und Hunde an der Leine führen. Die höher liegenden Flächen sind Futterwiesen und dürfen wie die Biotope und das Ufer auf keinen Fall durch Hundekot verunreinigt werden. Dies würde eine Infektionsgefahr für das Vieh beinhalten. Tüten und Abfallbehälter stehen an den Wegen zur Verfügung.

Geschichte:
In der Zwischenkriegszeit wäre der Wäsen beinahe zu einem Endhafen der Linie Rotterdam-Bodensee geworden, wenn man den Rhein zwischen Basel und Konstanz für den Schiffverkehr ausgebaut hätte. Während des Zweiten Weltkriegs errichtete Felix Wankel westlich des Leuchtenbergparks ein Rüstungswerk. 1948 übernahm die Schokoladenfabrik „Livana“ das Gebäude, in der sie bis 1977 produzierte. Als später Wankel seine neue „Technische Entwicklungsstelle“ östlich der ehemaligen „Liviana“ bezog, und diese 1977 ausbauen wollte, brachte das die Naturschutzbewegung auf. Sie konnte das Projekt verhindern, genauso wie den Einzug einer chemischen Fabrik in die „Liviana“. Der geplante Bau einer großen Jugendbegegnungsstätte führte 1979 zum sogenannten „Wäsen-Krieg“, aus dem die Naturschützer als Sieger hervorgingen. Die Freiflächen des Wäsens blieben damit in einem naturnahen Zustand.

NACHGEFRAGT
Drei Fragen an Meinrad Gfall, Leiter der Stadtgärtnerei Lindau (B.)

Meinrad Gfall leitet die Stadtgärtnerei Lindau (B.).
Ihm liegt die naturnahe Nutzung des Uferparks
Wäsen und dessen Schutz am Herzen.

1. Woher kommt der Name „Wäsen“?

Der Name „Wesen“ oder „Wäsen“ bedeutet ursprünglich Haus oder Aufenthaltsort.
1359 wurde erstmals ein Hof am See so bezeichnet, der Name ging später auf den gesamten Bereich zwischen Leuchtenbergpark und Leiblachmündung über.

2. Welche Möglichkeiten bieten sich Besuchern am Uferpark Wäsen?

Der Uferpark Am Wäsen bietet ein einzigartiges Naturerlebnis zu allen Jahreszeiten.
Hier können Besucher rasten, spazieren gehen, grillen oder baden. Etwas ganz besonderes am Wäsen ist der für alle Besucher freie Bodenseezugang. Das ist am bayerischen Bodensee mit seinem hohen Maueranteil einmalig. Der Stadtteil
Lindau-Zech genießt durch diesen öffentlichen Zugang ein einmaliges Privileg.

3. Wie können Besucher dazu beitragen, damit der Uferpark noch lange erhalten bleibt?

Besucher können extra ausgewiesene Grillplätze benutzen. Dafür sind Lagerfeuer im
Park untersagt. Um die Natur vor dem Andrang der Besucher zu schützen, hat die Stadtgärtnerei Lindau am Wäsen eine sogenannte kontrollierte Besucherlenkung etabliert. Das heißt, wir haben intensiv und extensiv genutzte Bereiche getrennt und regen dazu an, Naturräume in Ruhe zu lasse. Wir haben Schonräume geschaffen, damit sich Pflanzen und Tiere ihren Bedürfnissen entsprechen entwickeln können. Durch Beschreibungen von seltenen Tier- und Pflanzenarten auf Informationstafeln versuchen wir für die botanischen Raritäten zu sensibilisieren. Hunde sollten daher unbedingt an die Leine genommen werden und Hundebesitzer für die Entsorgung des Hundekots sorgen.