Schloss Hofen

Schloss Hofen und Schlossruine Alt-Hofen:
Eine Wanderung in die Zeit der Raubritter.

Hoferstraße 26, A-6911 Lochau

Das Schloss Hofen bietet sich als Wanderziel an. Der prächtige Renaissancebau liegt etwa 2 ½ Kilometer von Zech entfernt oberhalb des Ortskerns von Lochau.

Der Weg führt auf der Bregenzer Straße über die Grenze und folgt der Unterhochstegstraße, der Hörbranzer Straße und der Toni-Russ-Straße, die schließlich in die Hoferstraße übergeht. Selbstverständlich ist das Schloss auch per Pkw zu erreichen. Und der Landbus 14a bringt Sie von der Haltestelle Metzeler, Kunert oder Grenzsiedlung nach Lochau Alberloch, von wo aus nur ca. 1000 Meter bis zum Schloss zurückzulegen sind.

Schloss Hofen gilt neben dem Palast Hohenems als bedeutendster Renaissancebau Vorarlbergs. Die Bauzeit erstreckte sich von 1584 bis ca. 1616. Die ehemalige Schlosskapelle ist sogar etwa 100 Jahre älter und weist unverkennbar gotische Stilelemente auf.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss 1647 von schwedischen Truppen erobert und als Quartier genutzt. Die 8000 Soldaten mit ihren 6.000 Pferden standen unter der Leitung von Karl Gustav Wrangel. Das Gebäude hat die Kriegswirren weitgehend unbeschadet überstanden. Dass dies keineswegs selbstverständlich ist, zeigt ein Blick auf den kaum fünf Kilometer entfernten Gebhardsberg bei Bregenz. Auch die dortige Burg Hohenbregenz hatten die Schweden unter Wrangel besetzt. Nur der Abzug der Truppen gestaltete sich etwas rabiater: fünf Minen ruinierten das Bauwerk – im wörtlichen Sinne. Bei Karl Gustav Wrangel handelt es sich übrigens um einen Spross des baltischen Adelsgeschlechts, dem später auch Friedrich von Wrangel, der volkstümliche preußische Feldmarschall „Papa Wrangel“, entstammte.

Heute beherbergt das Gebäude das Landesbildungszentrum Schloss Hofen, ein Wissenschafts- und Weiterbildungszentrum des Landes und der Fachhochschule Vorarlberg. Das Gelände ist also zugänglich, eine Innen-Besichtigung des Schlosses aber nicht möglich.


Nur ca. 500 Meter Luftlinie von der Renaissance-Residenz entfernt lag der mittelalterliche Vorgängerbau: die Burg Alt-Hofen oder auch Alt-Lochau. Die Ritter von Lochau errichteten ihren Stammsitz im 11. oder 12. Jahrhundert auf einer Bergkuppe oberhalb des Ortes. Bereits 1452 wurde die Burg teilweise zerstört. Schuld hatte der Nachbar auf der Ruggburg bei Eichenberg – ein Raubritter wie aus dem Bilderbuch: Hans von Rechberg. Zusammen mit seinem Kumpanen Heinrich der Räuber verschanzte sich von Rechberg in der Burg, die von einem Bündnis schwäbischer Städte belagert wurde. Vorausgegangen waren Geiselnahmen, Raubüberfälle und Plünderungen. Nach fünfwöchiger Beschießung sollen die Raubritter ihre Burg selbst angezündet haben und durch einen geheimen Tunnel entkommen sein. Fest steht jedenfalls, dass beide Burgen im Zuge dieser Auseinandersetzung zerstört worden sind.

Hundert Jahre später diente die Ruine von Burg Alt-Hofen beim Bau von Schloss (Neu-)Hofen als Steinbruch. Erst 1986 wurde das, was bis dahin an Mauerresten die Zeiten überdauert hatte, gesichert und instand gesetzt. Anlass war die 800-Jahr-Feier des Ortes. Auf das Jahr 1186 datiert die Urkunde, in de „Lochin“ zum ersten Mal erwähnt worden ist.

Lesetipp:

Wilfried Bahnmüller:
Burgen und Schlösser in Tirol, Südtirol und Vorarlberg.
Kral-Verlag, Berndorf 2010