Leiblachtal

Bei eine Wanderung entlang der Leiblach kommen Naturliebhaber ebenso auf ihre Kosten wie kulturhistorisch Interessierte.

Eine Wanderung von der Quelle bis zur Mündung: Was für die Donau fast einer Lebensaufgabe gleichkommt, ist bei der Leiblach durchaus an einem Tag zu realisieren. Es bietet sich an, per Bahn nach Heimenkirch oder Hergatz zu fahren, um von dort aus dem Fluss auf seinem Weg zum Bodensee zu begleiten (Direktverbindung von Lindau Hbf).

Perfektionisten starten selbstverständlich in Heimenkirch und suchen zunächst die Leiblachquelle bei Riedhirsch auf. Oder besser: Siechenbach-Quelle. Denn so wird Bach auf seinen ersten Metern genannt. Wenig später heißt er für ein paar hundert Meter „Hammerbach“, nachdem er eine Hammerschmiede angetrieben hat. Überhaupt muss der noch sehr junge Fluss schon viel leisten. Eine Schmiede, eine Knochenstampfe, fünf Mühlen und zwei Sägewerke haben allein in Heimenkirch bis in die jüngste Vergangenheit die Kraft der Leiblach genutzt.

Der Wanderer kann sich auf dem ersten Abschnitt an der „Tour 24“ der Westallgäuer Wasserwege orientieren. Infotafeln an der Quelle, der Hammerschmiede, der Katzenmühle, der Ölmühle, der Großenmühle, der Buhmühle und der Mothenmühle lassen kaum eine Frage unbeantwortet. An der Mothenmühle gilt es Abschied zu nehmen von der „Tour 24“. Nach einem kurzen Wegstück auf der Landstraße führen Nebenstraßen über Wigratzbad nach Hergatz, wo die „Tour 25“ der Wasserwege beginnt. Der Bahnhof Hergatz bietet sich auch als alternativer Ausgangspunkt für die Wanderung zum Bodensee an.

Ein kleiner Abstecher ins Degermoos sei empfohlen. Im dortigen Hochmoor wurde Torf gestochen, der unter anderem in den Dampfloks der damals im Aufbau begriffenen Eisenbahn verfeuert wurde.

Auch unterhalb von Hergatz haben die Menschen die Leiblach mitsamt Zuflüssen in ihren Dienst gestellt – und zwar nicht nur Müller und Schmiede, sondern auch die Lindauer Ordensfrauen, die bereits im 15. Jahrhundert den Stockenweiler Weiher aufstauen ließ, um für die in ihrer Obhut befindlichen Pilger, Witwen und Waisen Karpfen und Hechte zu züchten. Heute deckt die größte Lachmöwenkolonie im Landkreis Lindau ihren Nahrungsbedarf mit dem, was im und am Wasser kreucht und fleucht – und deutlich kleiner ist als Karpfen oder Hechte.

Wanderer mit Ziel Bodensee können sich zwischen Obernützenbrugg und Stockenweiler einen Zweig des (Rund-) Wanderwegs „Tour 25“ aussuchen. Der nördliche Weg führt sie weiter durch die Moorlandschaft Degermoos und geht direkt am Stockenweiler Weiher entlang; Highlight der südlichen Alternativroute ist die Bruggmühle (Infotafel). Endpunkt der „Tour 25“ ist Hergensweiler.


Entlang des Flusses prägen immer wieder Streuobstwiesen das Landschaftsbild. Seit dem Mittelalter hat die Vielfalt der Apfel- und auch Birnensorten immer weiter zugenommen. Das Klima der Bodenseeregion gilt als ideal für die Apfelzucht: Der See sorgt für moderate Temperaturen. Frostige Nächte während der Blütezeit sind vergleichsweise selten. Auch die Höhenlage von 400 bis 600 Metern und die Sonnenintensität begünstigen den Ostbau.

Der mittlere Abschnitt der Leiblach ist durch schluchtartige Einschnitte gekennzeichnet. Bei Burgstall mündet mit dem Rickenbach der größte Nebenfluss in die Leiblach. Unterhalb dieses Zusammenflusses bildet die Leiblach die deutsch-österreichische Grenze. Ab Sigmarszell ist ein Wanderweg nach Oberhochsteg ausgeschildert, von wo die Gerhart-Hauptmann-Straße den Wanderer über die Autobahn zurück nach Zech führt.

Surftipps:

www.outdoractive.com
Die Suche nach dem Stichwort „Leiblach-Wanderweg“ führt zu einer Routenbeschreibung von Hergatz zum Bodensee. Karten und GPS-Daten sind verfügbar.

www.westallgaeu.de
Die Navigationspunkte „Naturerlebnis“, Unterrubrik „Wege zum Wasser“ führen auf die Seite der „Westallgäuer Wasserwege“, wo eine Broschüre zum Download bereitgehalten wird. Die dort beschriebenen Touren 24 und 25 führen durchs Leiblachtal.