Arbeitskreis Kunst

„Freude an Farben und Formen vermitteln“

Der Arbeitskreis (AK)  Kunst wurde 2003 gegründet und veranstaltet regelmäßig Bilderausstellungen im Mehrgenerationenhaus Treffpunkt Zech. Kunst gilt dem AK als etwas Fassbares und Vermittelndes.

AK Kunst
Christa Hagel
Grenzsiedlung 51
88131 Lindau

Zielsetzung des Arbeitskreise Kunst:
Künstlerische Gestaltung im sozialen Raum

Ansprechpartnerin:
Christa Hagel

Das Angebot:

Mit seiner Arbeit will der AK Kunst  Freude an Formen und Farben vermitteln und zu einem besseren Verständnis untereinander beitragen. Deshalb finden die Ausstellungen an Orten der Begegnung statt. Etwa im Begegnungsraum des Mehrgenerationenhauses Treffpunkt Zech oder in der dortigen Treppenhausgalerie. Das Motto: Kunst kann Menschen zusammenführen.  So wird das soziale und interkulturelle Miteinander im Stadtteil gestärkt.

Nach dem Verständnis der Koordinatorin des Arbeitskreises Kunst, Christa Hagel, ist Kunst etwas Alltägliches. „Kunst gilt unserem AK nicht als etwas abgehobenes“, betont sie. „Unser Motto lautet: Jeder ist ein Künstler.“

Eine Ausstellung im Jahr 2017 beschäftigte sich daher mit dem Thema Flucht in den letzten 70 Jahren. „Mitnehmen konnte ich nur mich selbst“. Unter diesem Motto wurde mit 20 Menschen aus Lindau über ihre Flucht und Vertreibung gesprochen. Flucht ist nichts Neues und Deutschland ist schon lange ein Einwanderungsland. So etwa 1945, wo über 10 Millionen ihre Heimat verloren. Zech hat seit jeher einen großen Anteil an ausländischen Mitbürgern. In den 50er Jahren gab es große Baracken mit Vertriebenen aus den verlorenen nord- und ostdeutschen Ländern. Aber auch viele Wirtschaftsflüchtlinge fanden später hier eine neue Heimat und Arbeit in den Fabriken. Kriege in den letzten 70 Jahren ließen Menschen alles aufgeben und auswandern oder fliehen.

Was diese Menschen bewegt, was sie verloren aber auch was sie hier gefunden haben, welche seelischen Wunden sie tragen, davon berichtet die Ausstellung im Mehrgenerationenhaus Lindau-Zech. In einer Kombination aus Text und Bild möchte man berühren und zum nachdenken anregen. Materielles kann in Minuten verloren gehen und wieder ersetzt werden. Doch die Menschen fragen, was bleibt, wie und wo finde ich wieder Heimat, neue Freunde, eine Arbeit.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Programmes „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“ statt, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. Inhaltlich befasst sich das Projekt mit der Begegnung und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung.

Ein Schwerpunkt des AK Kunst ist es,  bei der kreativen Arbeit einen Bezug zu Zech und seinen Bewohnern herzustellen: „Künstler, die in Zech geboren sind, jemand der mit jemanden aus Zech verheiratet ist, dort lebt oder arbeitet“, so Hagel.

In diesem Sinne möchte der Arbeitskreis seine Arbeit fortsetzten: „Wir möchten kulturelle Vielfalt im Stadtteil einfangen und einen neuen Zugang zum jeweils ‚anderen‘ schaffen“, erklärt Hagel. Interessierte sind herzlich willkommen.

NACHGEFRAGT
Drei Fragen an Christa Hagel, Gründerin des AK Kunst in Zech

Christa Hagel ist
Gründerin des Arbeits-
kreises Kunst in Zech.

1. Welche Rolle spielt Kunst im Stadtteil Lindau-Zech?

Kunst ist selbstredend, überkonfessionell, alterslos. Mit künstlerischen Arbeiten, z.T. auch von Zecher Bürgern,  werden alle Zecher angesprochen, man kommt ins Gespräch.
Es kommen Menschen aus anderen Stadtteilen oder umliegenden Städten zur Besichtigung in das Mehrgenerationenhaus.

2. Welche Möglichkeiten bietet der Stadtteil für Kunstinteressierte?

Ausstellen darf jede/r, bevorzugt wer mit Zech etwas zu tun hat. Kunst im sozialen Raum hat einen besonderen Stellenwert, weil Kunst nicht nach Bildung, Herkunft oder Status fragt. Kunst gefällt oder gefällt nicht, darüber kann man reden. Und schöne Bilder werten den Begegnungsraum auf, machen lichter, fröhlicher.

3. Wie hat die Arbeit von Zecher Künstlern bisher den Stadtteil geprägt?

Wichtig ist dem AK Kunst auch das Image des Ortsteils Zech in den Medien, die ganze Stadt nimmt etwa bei Ausstellungen Anteil durch die Presse. Rückmeldungen zeugen von Überraschung, was in Zech jetzt alles „los“ sei. Somit ist mehr Heiterkeit und Freude durch die Ausstellungstätigkeit in den Stadtteil gekommen.